Hering

Man hat mir gesagt, ich müsste ‚mal mehr schreiben, damit die Tage bis zu den Feiertagen nicht so lang werden.

Das nehme ich natürlich gerne auf, weil ich ja hier so schön zu Hause rumsitze und mir mein Fell kraule.
Und zu Weihnachten gibt es lecker Fleisch. Da freu‘ ich mich schon drauf! Zu Silvester dann auch kein‘ sauer Fisch für das Knu. Ätsch!

Und da fällt mir komischerweise der alte Bismarck ein. Der ist ja auch so eine gespaltene Figur, hat „aus Preussen Deutschland gemacht“ und gegen den franzischen Erbfeind 1870 den letzten Krieg gewonnen. Danach gab’s in Versaille Sauerkraut in Champagner-Soße und er wurde immer fetter. Das ist lange her und muss man wahrscheinlich deshalb weder gut noch schlecht für Deutschland finden. Aber die aufkommenden Briefmarken damals! Die gab es noch nicht lange und da war der Reichskanzler nie drauf abgebildet (nur die vollbusige Germania und der senile Kaiser Wilhelm II), weil er der Meinung war:
„Ich lasse mir nicht gerne das Hinterteil lecken und vorn draufkloppen“. Hihi. Für das gemeine Volk und die Pariser Kommune hatte er wenig übrig, und dann hat man ihn auf’s Abstellgleis gestellt. Was dann kam, war die Isolation von Deutschland und der Abstieg von unserm Ländle.

Sei’s drum, aber die Briefmarken sind schon eine Story wert gewesen, oder? Denn da war er ja genau auf der Wellenlänge vom Knu…

Was heute von solchen Figuren bleibt, ist leider nicht viel. Ein paar neutrale Texte in unseren Schulbüchern hat er dann doch. Ob der Name „Bismarck-Hering“ wirklich wegen seiner Liebe „zu diesem Fisch“ bei einem Wirt entstanden und offiziell für die Vermarktung genehmigt worden ist? Egal.

Jetzt kauft ‚mal noch ein für eure Weihnachtsessen!

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