Darf ich spenden?

Hi Leute,

Also ich darf ja nicht viel. Irgendwie redet dem Knu immer jemand rein. Man sagt ja so: Ist man jung, sind es die Eltern, die einem Vorschriften machen, ist man alt, sind es die Kinder. Ansonsten ist es der Partner, naja, Kompromisse ueberall.

Jedenfalls habe ich mir meinen letzten Lohnzettel angeschaut und darauf einige Spenden identifiziert. Frage mich deshalb, ob ich ueberhaupt noch darf, denn es koennte ja durchaus sein, dass von staatswegen mein sauer erwirtschaftetes Geld schon sinnvoll angelegt wird und mir weitere Spenden von hoeherer Instanz verboten sind? Schade jedenfalls, dass unser Sommerloch mit Schuldenkrise und Murdoch-Schlagzeilen gefuellt ist, sonst wuerde man besser merken, wie dreckig es den Leuten am Horn von Afrika geht.

Dankenswerterweise laesst man hier gewaehren, es wird wenig getan und auch niemand wird bevormundet, selbst in die Initiative zu gehen und die Leute in Somalia zu unterstuetzen. Super, nicht wahr?

Geskyped

Kürzlich haben wir mal wieder „telefoniert“, aber nicht im klassischen Sinne. Die Verwandtschaft (Die Redaktion: „Die“ heisst in diesem Falle nur ein „Teil“ der Verwandtschaft ;-)) ist nach Spanien ausgewandert und hat kein Telefon. Es fehlen die Geräte, DSL per Kabel geht schon, weils eben preiswerter ist, über Skype oder SIP zu kommunizieren. Ansonsten ist das Handy da, aber wenig angefasst, nach Deutschland. Also online gegangen. Aha, 19 Millionen Mitglieder sind online, ganz nett. Aber zum Punkt:

Gespannt stehen meine Ellis daneben (die eigentlichen Kommunikanten) und warten, bis alles losgehen kann. Die Kamera braucht ein Stück, sich zu initialisieren, dann ein Bild. Und dann geht auf wundersame Weise alles auch entspannt klassisch.Es wird nämlich über alles geredet. Ich mache mir als Statist mal fix eine Flasche Weißwein auf (Glucks).

Offenbar kann man, ohne ein „Digital Native“ zu sein, reibungslos moderne Medien nutzen!? Welch eine Erkenntnis! Tja liebe Natives, jetzt heisst es sich anstrengen, damit hinten mehr raus kommt als tausend SMS im Monat zu schreiben, also mehr als heisse Luft. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es gut, wenn wir die Situation haben, dass unsere Neunziger-Geborenen von Anfang an mit Internet und moderner Multimedia aufgewachsen sind. Das ist Klasse. Denn sonst gäbe es ja niemanden, der der jungen Omi das Firmware-Update für den DVD-Rekorder downloaden könnte. Aber naja, hier scheitert’s dann auch schon öfters.

Und das ist genau der Punkt. Ich als Knu und Anfang-Siebziger-Geborener verweise dann schon mal auf unsere Pionierarbeit und das es mal einen Mosaic-Browser und ein Gopher gab. Nostalgie pur also. Aber dann ging es schon aufwärts, vorallem raus aus den Unis. Nicht jeder muss Entwickler sein, aber was nützen tolle Anwendungen, wenn darauf nur Schmalspur läuft und schmalspurige Dinge ausgetauscht werden?

Huhh, Zocken und Plappern ist nicht der Teufel. Aber ein bisschen Respekt vor dem Alter bitte, das was wir (jawohl wir ;-)) in die Breite getragen haben, steht heutzutage für alle zur Verfügung, jung und alt. Und das bringt mich ein bisschen zum nächsten, ganz philosophischen Artikel …

Jeden Tag aufs Neue

War gestern Mittwoch oder Dienstag, sch???. nochmal.

Habt ihr euch schon ‚mal ueberlegt, wie so die Zeit vergeht. Kaum versieht man sich und schon ist wieder das halbe Jahr rum. Manche sagen das so, je mehr man immer seinen gleichen Tagesablauf hat, umso mehr gleichen die Tage und alles geht schnell vorbei.

Wie bitte, aus dem Trott raus und ‚was erleben? Ich bin mir nicht sicher, ob dadurch die „gefuehlte Zeit“ langsamer von statten geht. Erleben ist jedenfalls gut. Manchmal ist der Job sogar Mittel zum Zweck und man erlebt was. Aber selbst, wenn man auf Dienstreisen geht oder die grossen tollen Hobbies und Urlaube hat, wie sieht es denn sonst aus am schnoeden, einfachen Tag dazwischen?

Aufstehen, waschen, fruehstuecken, auf Arbeit gehen, zu Abend essen, Fernseher einschalten, Zaehne putzen, zu Bett gehen. Man modifiziere das Ganze mit Kinder versorgen (zeitlich begrenzt), Computer einschalten (begrenzt auf gutes Sehvermoegen und Aufnahmefaehigkeit), in die Fussgaengerzone gehen (begrenzt auf den Drang zum Voyeurismus), Freunde und Verwandte besuchen (begrenzt auf die Zeit, wo man die Bagage ueberhaupt sehen will), Sex mit Freundin, Freund oder Frau, Mann (begrenzt auf die Zeit, naja).

„Multipliziere es mit der Unendlichkeit, erweitere es um die Ewigkeit und du hast den Hauch einer Ahnung„, was mit Dir passiert und eine Lebensformel, bei der Du dich lieber aufhaengst, wenn du sie durchschaust oder zumindest dir die Sinnfaelligkeitsfrage deiner Existenz stellst.

Oder einfach weniger gruebeln und den Strick beiseite legen …

Du sollst keine Baustellen …

Wer kennt das nicht, oft genug ist es eine Warterei. Wenn der Handwerker dann mal kommt (also nicht der Waschmaschinenmonteur, der kommt vielleicht etwas zeitiger), dann sind schon mal Wochen vergangen. Fix was hingezimmert und dann fluchtartig die Baustelle verlassen. Bis zum naechsten Besuch, denn fertig is das Ganze ja noch lange nicht. Nach drei bis 4 Anlaeufen bei mir: Ja es ist vollbracht und das Garagendach neu gedeckt.

Du sollst keine Baustellen haben neben mir! Koennte man da denken, denn Zeitmanagement is wohl nich, und es wird einfach ueberall ‚mal etwas angefangen. Denn viele warten. Nur gut, dass es dem Handwerker gut geht, denn bei soviel Arbeit wird ja auch Geld verdient, meint man wenigstens.

Das Meiste mach ich dann doch selber am Haus und da zaehlt nur mein eigenes Zeitmanagement, na Gott sei Dank.

Feiertagsprogramm

Raus zu Pfingsten, Spaziergang oder Festzelt. Auf Dienstag hin werden die Tage dann schon etwas lang und der Fernseher laeuft dann doch abends.

Lichtblicke gibt es manchmal, ein Highlight: „Rendezvous mit Joe Black“, immer wieder gern gesehen. Brad Pit spielt noch erfrischend gut, eine der besten Szenen im Cafe, unerreicht oder? Die Beschaeftigung mit dem Tod, hinterfragt, auf nachdenkliche und sarkastische Weise hinterlegt. Miese Charakter, wohlbekannt, werden schonungslos entlarvt. Einfache Naturen, die es ehrlich meinen, stehen unter Schutz. Eine wunderschoene und wunderschoen spielende Claire Forlani tut das Uebrige.

Aber wieder fix gefasst und das Elegische beiseite: Hab‘ ich bestimmt schon fuenf mal gesehen, kann man aber immer wieder tun und auch schoen traurig dabei werden. Erdnussbutter kommt gut und das in bester HD-Qualitaet, das geht auch nicht immer. Hier ist die Glotze ausnahmsweise mal garnicht so schlimm.

Wo man dann noch andersweitig zuschauen kann, dazu spaeter …