Wie geht es „uns“ heute?

„Wie geht es uns heute?“, der Hausarzt fragt gerade. Ja, der Uralt-Witz: „Keine  Ahnung wie es Ihnen geht, mir geht es jedenfalls be…“, ist schon ein wenig abgenutzt. Beim Onkel Doktor war ich auch lange nicht und kann ihm auch keinen auf die Mütze geben, wenn er den Plural als Verharmlosung oder Beschwichtigung für eine schlimme Sache ranzieht, denn er macht das ja nur für seine ganz eigenen pädagogischen Zwecke.

In der Politik ist der ich-Plural „wir“ respektive „uns“ ein probates Mittel, andere, (die von ihrem Glück garnichts wissen) mit in der eigenen Argumentation zu vereinnahmen. OK, stellen „wir“ uns darauf ein:

Nicht genug Freiwillige nach Abschaffung des Zivildienstes da? „Wir“ werden das schon schaffen! „Wir“ spenden 1 Mill. Euro Richtung Somalia (reicht für eine Schüssel Reis oder drei Tage, siehe Anzahl der Flüchtlinge), kein Problem, „wir“ helfen ja. „Wir“ beschliessen den Atomausstieg und machen das abgefedert für die Multis (upps, die Milliarden dort wuerden etwa ein bis zwei Schnapper länger als drei Tage Essen am Horn von Afrika reichen). An sich komisch, aber da ja „wir“ uns dort engagiert haben, sind wir doch sauber, oder?

Möge die Macht der eigenen Einschätzung mit euch sein …

Geskyped

Kürzlich haben wir mal wieder „telefoniert“, aber nicht im klassischen Sinne. Die Verwandtschaft (Die Redaktion: „Die“ heisst in diesem Falle nur ein „Teil“ der Verwandtschaft ;-)) ist nach Spanien ausgewandert und hat kein Telefon. Es fehlen die Geräte, DSL per Kabel geht schon, weils eben preiswerter ist, über Skype oder SIP zu kommunizieren. Ansonsten ist das Handy da, aber wenig angefasst, nach Deutschland. Also online gegangen. Aha, 19 Millionen Mitglieder sind online, ganz nett. Aber zum Punkt:

Gespannt stehen meine Ellis daneben (die eigentlichen Kommunikanten) und warten, bis alles losgehen kann. Die Kamera braucht ein Stück, sich zu initialisieren, dann ein Bild. Und dann geht auf wundersame Weise alles auch entspannt klassisch.Es wird nämlich über alles geredet. Ich mache mir als Statist mal fix eine Flasche Weißwein auf (Glucks).

Offenbar kann man, ohne ein „Digital Native“ zu sein, reibungslos moderne Medien nutzen!? Welch eine Erkenntnis! Tja liebe Natives, jetzt heisst es sich anstrengen, damit hinten mehr raus kommt als tausend SMS im Monat zu schreiben, also mehr als heisse Luft. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es gut, wenn wir die Situation haben, dass unsere Neunziger-Geborenen von Anfang an mit Internet und moderner Multimedia aufgewachsen sind. Das ist Klasse. Denn sonst gäbe es ja niemanden, der der jungen Omi das Firmware-Update für den DVD-Rekorder downloaden könnte. Aber naja, hier scheitert’s dann auch schon öfters.

Und das ist genau der Punkt. Ich als Knu und Anfang-Siebziger-Geborener verweise dann schon mal auf unsere Pionierarbeit und das es mal einen Mosaic-Browser und ein Gopher gab. Nostalgie pur also. Aber dann ging es schon aufwärts, vorallem raus aus den Unis. Nicht jeder muss Entwickler sein, aber was nützen tolle Anwendungen, wenn darauf nur Schmalspur läuft und schmalspurige Dinge ausgetauscht werden?

Huhh, Zocken und Plappern ist nicht der Teufel. Aber ein bisschen Respekt vor dem Alter bitte, das was wir (jawohl wir ;-)) in die Breite getragen haben, steht heutzutage für alle zur Verfügung, jung und alt. Und das bringt mich ein bisschen zum nächsten, ganz philosophischen Artikel …

Jeden Tag aufs Neue

War gestern Mittwoch oder Dienstag, sch???. nochmal.

Habt ihr euch schon ‚mal ueberlegt, wie so die Zeit vergeht. Kaum versieht man sich und schon ist wieder das halbe Jahr rum. Manche sagen das so, je mehr man immer seinen gleichen Tagesablauf hat, umso mehr gleichen die Tage und alles geht schnell vorbei.

Wie bitte, aus dem Trott raus und ‚was erleben? Ich bin mir nicht sicher, ob dadurch die „gefuehlte Zeit“ langsamer von statten geht. Erleben ist jedenfalls gut. Manchmal ist der Job sogar Mittel zum Zweck und man erlebt was. Aber selbst, wenn man auf Dienstreisen geht oder die grossen tollen Hobbies und Urlaube hat, wie sieht es denn sonst aus am schnoeden, einfachen Tag dazwischen?

Aufstehen, waschen, fruehstuecken, auf Arbeit gehen, zu Abend essen, Fernseher einschalten, Zaehne putzen, zu Bett gehen. Man modifiziere das Ganze mit Kinder versorgen (zeitlich begrenzt), Computer einschalten (begrenzt auf gutes Sehvermoegen und Aufnahmefaehigkeit), in die Fussgaengerzone gehen (begrenzt auf den Drang zum Voyeurismus), Freunde und Verwandte besuchen (begrenzt auf die Zeit, wo man die Bagage ueberhaupt sehen will), Sex mit Freundin, Freund oder Frau, Mann (begrenzt auf die Zeit, naja).

„Multipliziere es mit der Unendlichkeit, erweitere es um die Ewigkeit und du hast den Hauch einer Ahnung„, was mit Dir passiert und eine Lebensformel, bei der Du dich lieber aufhaengst, wenn du sie durchschaust oder zumindest dir die Sinnfaelligkeitsfrage deiner Existenz stellst.

Oder einfach weniger gruebeln und den Strick beiseite legen …

Du sollst keine Baustellen …

Wer kennt das nicht, oft genug ist es eine Warterei. Wenn der Handwerker dann mal kommt (also nicht der Waschmaschinenmonteur, der kommt vielleicht etwas zeitiger), dann sind schon mal Wochen vergangen. Fix was hingezimmert und dann fluchtartig die Baustelle verlassen. Bis zum naechsten Besuch, denn fertig is das Ganze ja noch lange nicht. Nach drei bis 4 Anlaeufen bei mir: Ja es ist vollbracht und das Garagendach neu gedeckt.

Du sollst keine Baustellen haben neben mir! Koennte man da denken, denn Zeitmanagement is wohl nich, und es wird einfach ueberall ‚mal etwas angefangen. Denn viele warten. Nur gut, dass es dem Handwerker gut geht, denn bei soviel Arbeit wird ja auch Geld verdient, meint man wenigstens.

Das Meiste mach ich dann doch selber am Haus und da zaehlt nur mein eigenes Zeitmanagement, na Gott sei Dank.

Feiertagsprogramm

Raus zu Pfingsten, Spaziergang oder Festzelt. Auf Dienstag hin werden die Tage dann schon etwas lang und der Fernseher laeuft dann doch abends.

Lichtblicke gibt es manchmal, ein Highlight: „Rendezvous mit Joe Black“, immer wieder gern gesehen. Brad Pit spielt noch erfrischend gut, eine der besten Szenen im Cafe, unerreicht oder? Die Beschaeftigung mit dem Tod, hinterfragt, auf nachdenkliche und sarkastische Weise hinterlegt. Miese Charakter, wohlbekannt, werden schonungslos entlarvt. Einfache Naturen, die es ehrlich meinen, stehen unter Schutz. Eine wunderschoene und wunderschoen spielende Claire Forlani tut das Uebrige.

Aber wieder fix gefasst und das Elegische beiseite: Hab‘ ich bestimmt schon fuenf mal gesehen, kann man aber immer wieder tun und auch schoen traurig dabei werden. Erdnussbutter kommt gut und das in bester HD-Qualitaet, das geht auch nicht immer. Hier ist die Glotze ausnahmsweise mal garnicht so schlimm.

Wo man dann noch andersweitig zuschauen kann, dazu spaeter …

Du bist ein Knu!

Geht es Dir genauso? Wirst Du manchmal gemobbt, trinkst Du gerne Wein und ist gerne Fleisch, fährt Dir ab und zu ein Rentner den Einkaufswagen in die Fersen, verschläfst Du einmal im Jahr? Hast Du den Alltagsstress, bist Du manchmal glücklich, manchmal traurig, bist Du nicht modelmässig geformt, stehst Du auf den Frühling und den Herbst? Hast Du zuviel Geld zum Sterben und zu wenig zum Prassen, sind die Ärmel vom Pulli manchmal etwas kurz, schaust Du gerne fern? Hast Du zwei Ohren, bist nicht Winston Churchill, nicht Prinzessin Fantaghiro, nicht John McEnroe, Bugs Bunny oder Kleopatra?

Dann bist Du auch ein Knu!

Arbeit

Ich habe Kollegen, und das lässt sich nicht vermeiden, wenn man in einem Angestelltenverhältnis arbeitet. Nun alles halb so wild, wenn man sich die guten rausnimmt und ansonsten die Augen zumacht. Zumachen und Augen zu ist aber nicht so mein Ding. Also schauen wir uns die Sparte „geliebter Feind“ mal etwas genauer an. Teamarbeit äussert sich hier in Grüppchen, wobei eine besonders das Kriechen tief in den Arsch des Chef beherrscht. Das ist auch ganz angenehm, denn dort ist es nicht nur warm und weich, sondern, wenn man weit genug vordringt, findet man auch seinen eigenen Vorteil. Quasi als Lohn für die viele Kriecharbeit im Vorfeld.

Aber es ist auch dunkel dort. Und im Dunkeln lässt sich nicht nur gut munkeln, sondern man verliert irgendwann auch die Orientierung. Und der kontrollierte Abstieg im Rückwärtsgang ist dann besonders schwer. Hoffentlich kriegen wir die Kurve, sonst bleibt noch viel mehr auf der Strecke. Was das sein soll? Na ordentlich zusammenarbeiten, was schaffen dabei und zusammen davon profitieren.

Kachel Mann

Ich kachel dann mal weiter. Aber auch nur, um im Kontext zu bleiben. Ich koennt’s ja ausbauen, ist eigentlich ein dankbares Thema. Aber mir macht das Ganze etwas Sorgen. Wenn nichts von den Anschuldigungen richtig war, dann kleine Katastrophe. Wenn alles so gestimmt hat, dann arme Frau, armes System. Was ist denn nun richtig, und wie sieht es mit der Wahrheitsfindung aus? Ich bin aus Mangel an Beweisen ein armes Knu.

Aber Vorsicht, denn ihr wisst ja nun: Wer falsches Wetter vorhersagt, der wird fix ‚mal verhaftet, also aufgepasst!