Von „Follower*Innen“ und „Bürger*Innen_meister*Innen“

Zweites war mal die Bürgermeisterin. Na gut, noch ist es nicht so schlimm. Aber der Deutsche hat es eben mit dem Gendering. Da wird heutzutage gerne alles gleichermaßen weiblich, männlich oder divers gekennzeichnet, wo vorher augenscheinlich nicht alles inbegriffen war. Keine Frage zur Gleichberechtigung, trotz der guten Fortschritte ist die über die Geschlechter und alle gesellschaftlichen Gruppen längst nicht hergestellt. Die Frage ist, müssen wir deshalb unsere Sprache immer mehr verkrümmen und trägt das wirklich zur Chancengleichheit im realen Leben bei?

Da kommt uns unsere Ausdrucksweise in die Quere, der Brite beispielsweise hat diese Probleme offenbar nicht (die gesellschaftlichen schon, aber wohl nicht die sprachlichen). Denn dort ist ein „Visitor“ eine Besucherin und ein Besucher gleichermaßen und automatisch sind (fast) alle eingeschlossen. Das war in unserem Sprachraum bis vor einigen Jahren genauso, reicht uns jetzt eben nicht mehr aus. Leider!

In anderen Sprachen ergibt sich viel aus dem Kontext oder man stellt einen Präfix davor. Wie beispielsweise „female founder“. Jetzt hat sich eine englische Firmengründerin in einer kontroversen Diskussion sogar dafür ausgesprochen, das „female“ wegzulassen. Dort will man also sogar Schubladen abbauen und nicht vermehren. Und man geht eben nicht diesen komplizierten deutschen Weg. Meine Güte haben die es gut, können das Ganze schließlich auch noch hörbar aussprechen!

Und es geht unsäglich weiter, bei Facebook gibt es im deutschen Sprachgebrauch schon länger die „Follower*Innen“. Hallo, gehts noch? Man nimmt also ein englisches Wort (OK, manches macht sich in Social Media einfach besser) und bestückt das mit Divers-Stern gefolgt von der bekannten Endung. Obwohl „Follower“ im Englischen eigentlich schon zumindest Weiblein und Männlein einschließt. Das reicht den deutschen Neusprachlern aber nicht. Ein Kuriosum deshalb, quasi erst eine „Verdenglischung“, dann eine „Vergenderung“ im Anschluss hinterher. Wahnsinn!

Der Stern wird übrigens als kleine Pause gesprochen. Der Rest oft vernuschelt. Keine Ahnung, ob das mit der noch nicht vorhandenen Atemtechnik bei den Sprechern zu tun hat. Der Duden gibt darüber (noch) keine Auskunft. Die Kommission dort hat es in den letzten Jahren eh nur drauf, altgediente Worte zu entfernen und englischen Slang einzubauen, auch, wenn er nur zwei, drei Jahre alt ist. Und der Rest von Europa wundert sich und lächelt. Peinlich!

Gleichberechtigung ist für uns alle seit Jahren keine persönliche Frage mehr, und es gilt, sie wirklich allseits umzusetzen. Manche denken, das geht bei den Deutschen nur über einen Umbau der Sprache und der Schrift. Wenn der Verbrecher also nur genug neuen Ausdruck und Orthografie beherrscht, dann macht er keine schlimmen Dinge mehr. Alle werden Engel und nebenbei werden auch noch gerechte Löhne gezahlt. Super Quatsch vor dem Herrn, Entschuldigung, vor der Frau. So haben „herrlich“ oder „dämlich“ doch längst ihre ursprüngliche Symbolkraft verloren. Muss man wirklich welche ausgrenzen, die solche Ausdrücke noch benutzen?

Viele Web- und Printmedien haben diesen Duktus schon übernommen. Ich bin zu altmodisch dafür. Meiner Meinung nach kommt es darauf an, wie man im Täglichen lebt. OK, sicher auch ein bisschen, wie man spricht. Und Sprache lebt auch, aber deshalb muss man die Schrift nicht noch mit diverser Interpunktion verkleistern, bei Strichen und Punkten, da hört für mich das Verständnis auf! Bald droht bei den Sprachpfuschern, dass es um die eigentlich unpersönlichen „Sachen“ geht. Dann kann „die Seuche“ was dafür, dass es eine Frau ist, „der Regen“ ein Mann und „das Wetter“ hat nochmal Glück gehabt.

Wir tun bestimmt gut daran, mal inne zuhalten, durchzuatmen und zu überlegen, wie es da weitergehen soll. Wollen wir primär nur auf Singularitäten setzen und unsere Schrift und Sprache kaputt machen, weil es die Langeweile von diversen Eliten vorgibt, oder wollen wir eine wirkliche Gemeinschaft sein, die sich nicht durch die Benennung von Hoch- und Tiefdruckgebieten im Wetterbericht irritieren lässt und die echten Probleme anpacken?!

Maske

Manche können eben partout nicht mit Gesichtsschutz.

Das Knu hat’s ja öfter schon gesagt, wer in Pandemiezeiten den Schwurblern anhängt und seine eigene vermeintlich eingeschränkte Freiheit gegenüber der Gesundheit von Kollegen und allen, die er nahe kommt, vorzieht, der gehört bestraft.

Und wenn das Knu durch deren Spinnerei dann zu Hause noch die Eltern ansteckt und denen etwas zustößt, dem Verursacher bricht es das Genick. So einfach ist das.

Seid auf der Hut!

Mogelpackung

Um Autos allgemein sparsamer zu machen und Elektroantrieben eine praxistaugliche Reichweite zu verpassen, muss bei der Karosserie immer mehr Gewicht gespart werden. Dazu braucht es mehr und mehr Kunststoffe. Das Polymere heute noch mit über 80 Prozent Einsatz von Mineralölen hergestellt werden, ist dabei nicht das einzige Paradoxon, denn gerade bei den fossilen Stoffen sollte ja eigentlich eingespart werden.

Beim elektrischen Antrieb haben wir derweil lange Ketten aufgebaut. Wo Elektroenergie heute noch größtenteils aus chemischer Energie erzeugt und im geladenen Akku wieder mittels chemischer Energie gespeichert wird, damit der letztendlich Strom an einen Elektromotor abgeben kann. Selbst wenn aller Strom aus erneuerbaren Quellen käme, ein Umweg mit unsäglichen Folgen für die Umwelt. Obwohl ein Verbrennerantrieb komplizierter und schwerer ist, fährt ein heutiges Elektroauto noch viel zu viel Gewicht alleine in Akkus mit sich herum. Deren Herstellung weist eine verheerende Umweltbilanz auf, was die Einsparung an CO2 und Stickoxiden aus dem Auspuff nicht aufwiegen kann.

Klar wollen wir die umweltbelastenden Gase reduzieren, nebst Mikroplastik und Feinstaub auch. Doch wir schummeln uns durch bei der Gesamtbilanz, verschweigen, dass die größte Feinstaubbelastung gar nicht von den Verbrennrückständen kommt und lassen deutlich größere Belastungsbranchen gleich aus der Diskussion außen vor. Aber geschenkt, denn nimmt man mal bloß die Automobilität her, dann wird’s schon einseitig genug.
Sonst würden wir viel mehr auf andere alternative Antriebe acht geben und müssten uns nicht über die stockende Entwicklung bei Wasserstoff und Brennstoffzelle beklagen oder schon genug synthetische Kraftstoffe haben. Also welche, bei deren Herstellung genauso viel CO2 der Luft entzogen wie später wieder abgegeben wird. Da entstehen gerade Werke in Dänemark und Australien. Ganz ohne noch mehr Gruben für seltene Erden in die Berge von Entwicklungsländern zu rammen und ohne uns dann an anderer Stelle scheinheilig über die sklavischen Arbeitsbedingungen beschweren zu müssen.

Das hat wohl alles auch mit einer erschreckend gewachsenen Lobby zu tun, welche das Elektroauto, wie es heute angeboten wird, als einzig weise Fortbewegungsmethode auf vier Rädern preist. Aber das ist nur schlechte Politik, soufliert von welchen, die nicht weniger vorgeben, als unseren Planeten retten zu wollen. Oder doch etwa wieder mal nur aus eigenen Interessen handeln?

Wer mag, sollte sich heute ein Elektroauto klassischer Technik kaufen. Die Welt retten wird er damit nicht, aber er zeigt, dass er generell neuen Technologien zugewandt ist. Am besten aber einen reinen Elektro-Stadtflitzer. Keine schwere Kombi und keinen Mildhybrid ohne Steckdose. Sonst fügt er der Umwelt nur noch mehr Sorgen hinzu. Wer das Geld nicht hat, hat beim Verbrenner derzeit immer noch die bessere Umweltbilanz auf seiner Seite. Landestypische Schuldgefühle sollte keiner von beiden haben. Die Weltbevölkerung wächst derzeit pro Jahr soviel, wie Deutschland Einwohner hat. Offenbar zu trivial das Ganze, so dass man in der Diskussion kaum mehr davon hört. Oder weil niemand kommentieren möchte, wie schwer zu lösen ist, dass zu viele Menschen einfach zu viele Ressourcen verbrauchen. Und ab einem gewissen Wohlstand vielleicht auch Motorrad oder Auto fahren möchten.

Verzicht ist eines der Mittel dagegen, von dem aufstrebende Länder logischerweise wenig halten. Man muss nicht alles mit dem Auto fahren, und will es in den großen Zentren auch nicht. Da gibt es neben dem ÖPV meist ein gutes Radwege-Netz und wachsende Sharing-Angebote. Am besten es bleiben die Bedürfnisse von Stadt und Land aber gleichermaßen im Blick. Denn auf dem Land sieht es mit den Verbindungen anders aus, als es manche elitäre Grüne aus ihrer Erfahrung kennen. Dort hat sich leider auch festgesetzt, man müsse nur fix mal wieder ‚was teurer machen, um die gewollte Lenkungswirkung zu erreichen. Da sollte man auch mal auf die Geldbeutel der Leute schauen, deren Umweltbewusstsein im übrigen gar nicht schlecht ist.

Und ein Schelm, der vorgibt, dass wir im Ländle mit globaler „Vorbildwirkung“ und somit ganz allein das Ruder herumreißen könnten. Wo jeder weiß, ist Quatsch. Am besten endlich wieder vom nervigen Aktionismus und Moralzeigefinger verabschieden. Lieber unsere technologische Basis ordentlich fördern, wie das woanders viel besser geschieht. Heißt auch, neben dem klassischen Elektroantrieb weiter intensiv forschen und den nicht ideologisch zementieren. Wo man doch die alte Autolobby in Brüssel so sehr beklagt, könnte man es beim Antrieb von morgen doch besser machen und die Zusammenarbeit und Austausch nach draußen wieder stärken…

Euer mobiles Umweltknu.